Weisch no, am Samstig de 13. Mai 2023?
An diesem Wochenende feierte der TVS sein 150-jähriges Jubiläum unter dem Motto «Es spukt im Archiv». Ein gespenstiges Programm auf der Bühne veranschaulichte die Vielfalt des Turnens. Auch ich trat auf der Bühne auf, während meine Familie auf den Zuschauerbänken Platz genommen hatte. In der Pause wurden eifrig Lose gekauft, und gespannt warteten wir alle auf die Verlosung. Unter den vielen Nieten, die wir gezogen hatten, war schließlich eine Nummer dabei – die meiner Mutter. Und was hatte sie gewonnen? Nein, keinen Einkaufsgutschein oder Früchtekorb, sondern einen Gutschein für einen Grundkurs im Klettern vom Gaswerk – und das im Alter von damals 91 Jahren.
Dass sie diesen Kurs nicht selbst besuchen konnte, war selbstverständlich. So kam ich in den Genuss, daran teilzunehmen. Zuvor musste jedoch meine Schulterverletzung vollständig auskuriert werden, was sich etwas in die Länge zog. Doch Ende Dezember 2024 war es dann endlich so weit. Meine erste Buchung wurde jedoch mangels Teilnehmern storniert, und mittlerweile sind fast zwei Jahre seit der Losziehung vergangen.
Erwartungsvoll fuhr ich im Februar 2025 ins Milandia Greifensee. Zu fünft nahmen wir an diesem Kurs teil. Nach der Begrüßungsrunde wurden wir zuerst in das Bouldern eingeführt. Ohne Sicherung kletterten wir nur 2 Meter über dem Boden, um uns aufzuwärmen. Dann hieß es: Gstältli montieren. Der Partnercheck, das Sichern mit dem Grigri und die entsprechenden Kommandos wurden erklärt und ausprobiert, bevor wir die erste Wand hochklettern durften – stets mit anderen Partnern und unter den wachsamen Augen von Anna. Der erste Kursabend verging wie im Flug, und wir freuten uns schon auf den nächsten.
Nach dem Aufwärmen an der Boulderwand war das Thema des zweiten Abends das ‘Stürzen’. Dies wurde an der Wand und in verschiedenen Höhen sowie mit unterschiedlich schweren Partnern geübt. Wie viele Verdrehungen des Seils sind nötig? Braucht es für das Seil eine Zusatzsicherung über Expresshaken, damit der schwerere Partner den leichteren nicht zu stark in die Höhe zieht? Wie fühlt es sich für den Kletterer und den Sichernden an, wenn der Kletterer ins Seil fällt? Anfangs übten wir mit Vorwarnung, doch mit wachsendem Vertrauen und verbesserten Sicherungsfähigkeiten stürzten wir uns schließlich ohne Ankündigung ins Seil.
Auch dieser Abend verging viel zu schnell, und alle Teilnehmer konnten nun nach dem Kurs selbständig im Toprope in einer Kletterhalle klettern.
Vielen Dank, Mami, dass ich für dich diesen Kurs besuchen durfte.
(Fotos Isi an der Kletterwand, letztes Bild: Isi mit ihrer Mutter, heute 93 Jahre alt)