Winterwanderung Aktive Weiblich nach St. Gallen (08.03.25)
Wer an eine gemütliche Winterwanderung durch die Stadt St. Gallen dachte, um bei einem entspannten Stadtbummel die Sehenswürdigkeiten zu genießen, lag zunächst auf der falschen Fährte. Denn es kam ganz anders.
Am frühen Morgen des 8. März 2025 machten wir uns voller Vorfreude mit dem Zug auf den Weg nach St. Gallen. Doch angekommen, hieß es schnell handeln – nur vier Minuten blieben uns, um den Anschlusszug zu erreichen! Dieser Zug war mit der Endhaltestelle „Trogen“ beschildert. „Fahren wir jetzt etwa nach Appenzell?“, fragten wir uns überrascht. Doch dann führte uns die Fahrt auf eine Anhöhe, von der aus wir zum ersten Mal eine beeindruckende Aussicht auf St. Gallen genießen konnten.
In der Nähe der Haltestelle „Schwarzer Bären“ stiegen wir aus. Leider hatte das gleichnamige Restaurant noch nicht geöffnet, sodass wir uns auf den Panoramaweg machten, der uns zurück in die Stadt führte. Dabei kamen wir an drei malerischen Weihern vorbei, die einst als Reservoirs für die Textilindustrie dienten. Heute haben sie ihre ursprüngliche Funktion verloren und laden nun die Bevölkerung ein, dort zu entspannen und zu baden.
Das Wetter war mild und frühlingshaft, und die Stimmung unter den Teilnehmerinnen konnte nicht besser sein. Wir genossen jede Minute der Wanderung, die uns hoch oben über St. Gallen führte, sodass wir die Stadt immer im Blick hatten. St. Gallen liegt in einer weitläufigen Senke, was uns einen besonders schönen Überblick ermöglichte. Nach einer Stunde legten wir eine wohlverdiente Pause ein, und Karin überraschte uns mit erfrischenden Getränken.
Anschließend machten wir uns auf den Weg hinunter in die Altstadt. Einige von uns nahmen die Mühleggbahn, während der Rest zu Fuß durch die Schlucht der Steinach wanderte, vorbei an Wohnhäusern und über kleine Brücken.
Es war bereits kurz vor Mittag, und unser nächstes Ziel war das Zunfthaus „Goldiges Schäfli“. Dieses historische Gebäude, das ursprünglich als Metzgerei erbaut wurde, stammt aus dem Jahr 1484. Aufgrund von Grundwassersenkungen während der Kanalisierung des Gebiets hatte das Gebäude ein markantes Gefälle entwickelt – der Unterschied zwischen dem Fenster und der Wand beträgt satte 33 cm! Eine engagierte Genossenschaft bewahrte das Gebäude 1976 vor dem Abriss. Schon beim Betreten spürten wir das schiefe, fast schon ungewöhnliche Gefühl auf der Treppe, und auch unser Mittagstisch war leicht geneigt – mit einem Gefälle von fast 30 cm. Der Stuhl am Fenster war der höchste, und während wir aßen, mussten wir uns an die schräge Perspektive gewöhnen.
Nach dem Mittagessen besuchten wir das Textilmuseum, wo wir die berühmten Stickereien und interessante Stoffe aus neuerer Zeit bestaunen konnten.
Ein herzliches Dankeschön an Karin Pedrazzoli und unsere Wanderbegleiterin Margret für diese außergewöhnliche und wunderschöne Winterwanderung. Wir alle haben die Tour sehr genossen und werden sie sicher in bester Erinnerung behalten.